Sisyphus Verlag – Simon Konttas & Sebastian Vogt

Am 17.05.2018, von 20:00 - 21:30 @ AU


Der Sisypuhs-Verlag präsentiert zwei Neuerscheinungen aus dem Frühjahr 2018: „Arme Leute“ (Roman) von Simon Konttas und „Zwei Brüder“ (Erzählungen) von Sebastian Vogt.

Simon Konttas – Arme Leute:
Die Figuren in »Arme Leute« sind etwa eine in ihrer Wohnung Seminare gebende luftige Esoterikerin oder sinn- und erbarmungslos mobbende Schülerinnen, deren verbittertes jugendliches Opfer und dessen standesgemäß ehrgeizige bürgerliche Eltern; oder ein verhärmter (Internet-)Voyeur, ein orientierungsloser Radikalgläubiger, an den Fenstern lauernde oder in ihren Hausgärten herumkrauternde Alte, die überall Ausländer sehen, sowie Leute, die zwar selber weniger, dafür aber mit solchen Gegebenheiten bedient genug sind und mit ihnen ebenfalls irgendwie zurechtkommen müssen.
Als scharfsichtiger Beobachter mit besonderer Aufmerksamkeit für Modejargons analysiert der Autor die zeitgenössische Armut der Leute und legt Symptome einer gesellschaftlichen, geistigen und emotionalen Verwahrlosung ungemildert offen, um die nur scheinbar solitären Erzählstränge am Ende in einer Burleske, in einer Tragödie mit einem Rest Hoffnung zusammen- und auslaufen zu lassen.

Simon Konttas, geboren am 28. Juli 1984 in Finnland, lebt und arbeitet in Wien und Baden. Er wuchs dreisprachig (finnisch, serbisch, deutsch) auf und ging unter anderem in Finnland Tätigkeiten im Gemeindedienst und in Österreich als Studienassistent, Sekretär, Büchereibediensteter, Lehrer und Mitarbeiter der finnisch-evangelischen Kirche nach. Konttas schreibt Romane, Erzählungen, Novellen, Gedichte und lyrische Zyklen. Etliche seiner Arbeiten erschienen in österreichischen und deutschen Literaturzeitschriften. Konttas hat aus seinem umfangreichen Werk viele Lesungen im In- und Ausland bestritten; darunter im Januar 2015 eine Poetikdozentur an der Universität Jena/Deutschland.

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Sebastian Vogt – Zwei Brüder:                                                                                                             Erzählt wird die Geschichte zweier Brüder, sie entstammen der Hamburger Großbourgeoisie und kommen zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts zur Welt. Der eine wird als Reaktion auf die Zeitläufe zum anarchistischen Weltrevolutionär, der andere zum reaktionären Weltliteraten. Der Erste Weltkrieg, die Novemberrevolution in Deutschland und der Aufstieg Hitlers bestimmen ihre Leben. Ihre Wege trennen sich früh, und erst Jahre später treffen die zwei in der Emigration, in Buenos Aires, wieder aufeinander.
Inhaltlich der Realität verpflichtet, geht es neben privaten Verstrickungen um Politik, Geschichte und nicht zuletzt um Literatur. Durch Genrezitate aus dem bürgerlichen Bildungsroman oder die Spiegelung des Kitschromans in die Welt der sozialistischen Bewegung sowie expressive Symbolik wird die Wirklichkeit jedoch verdichtet und grotesk verzerrt. Was bleibt, ist eine Allegorie, ein Abgesang auf Europa, so als habe der Untergang des Abendlandes doch, wie vor hundert Jahren behauptet, stattgefunden

Sebastian Vogt geboren 1969 in Wien; Schulbesuch in Wien und Abschluss mit Matura 1988; Medizin- und Philosophiestudium in Wien, beide Studien nicht abgeschlossen; dann diverse Jobs (z. B. Call-Center; Trabrennbahn Krieau); seit 2008 Schriftsteller.
Buchveröffentlichungen: Legenden und ein Söhnchen. Erzählungen aus fernen Landen (Otto Müller 2008); Der wundersame Affe Fritz (Resistenz 2013); Briefe zur Revolution (Briefroman, Resistenz 2015); Der Zirkus (Theaterstück, Resistenz 2016).