buch im beisl 
café club international - café CI

zum aktuellen programm

archiv: programm herbst/winter 2009

1. Oktober, 21h: das große töten - peter rosei
8. Oktober, 19h: franzobel liest aus "österreich ist schön. ein märchen - der fall arigona zogaj"
günter kaindlsdorfer (ORF) berichtet über die aufführung von "a hetz oder die letzten tage der menschlichkeit"
15. Oktober, 21h: gemischtwarenhandlungsbedarf - wolfgang kühn
22. Oktober, 21h: oberleitungsschaden - rentnsik
29. Oktober, 21h: wohnhaft in wien - peter ahorner
5. November, 21h: bonjour tristesse! - milena michiko flašar und stefan bergmann
12. November, 21h: fo de fiicha und de ruam - el awadalla
19. November, 19h: werkschau und portrait - liesl ujvary
26. November, 21h: das geht sich wunderbar aus - markus köhle
3. Dezember, 21h: "auflösung" - valerie springer
10. Dezember, 21h: wir sind umstellt von begriffen! - ulli einhaus
17. Dezember, 19h: lesung aus "perlensamt" - barbara bongartz (berlin)


1. Oktober, 21 uhr

peter rosei

Das große Töten
Von der Ruhe zum Sturm: Ein verstörender Roman - facettenreich und plastisch.

Eigentlich beginnt alles ganz harmlos. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Paul Wukitsch ist mit einer Intelligenz ausgestattet, die ihresgleichen sucht. Seine Mutter ermöglicht ihm ein Theologiestudium, doch Pauls Skepsis dem System Kirche gegenüber hat einige Verstöße und schließlich seinen Ausschluss aus dem Priesterseminar zur Folge ... Auch Alexander Altmann macht eine abweichende Karriere. Er hat zwar reich geheiratet, doch als seine Frau Ulla Selbstmord begeht und damit einen Skandal heraufbeschwört, wendet sich das Blatt ... Zwei Lebenswege, wie sie nicht unterschiedlicher sein könnten. Als diese Wege sich kreuzen, nimmt die Geschichte einen überraschenden Verlauf ...

Peter Rosei spannt den Bogen vom Beginn des 20. bis in das 21. Jahrhundert. Kaleidoskopartig angeordnet bilden seine Figuren ein dichtes Tableau spannungsreicher Verhältnisse. Lakonisch und doch mit der ihm eigenen Musikalität beschreibt Rosei die Wirkung eines übergeordneten Systems auf das Individuum und erzählt vom langsamen Heranreifen fantastischer und ganz und gar vorstellbarer Katastrophen.


8. Oktober, 19 uhr
Ort: galerie wechselstrom, 1160, grundsteingasse 44!


Diese Veranstaltung ist der Auftakt einer neuen Kooperation von Buch im Beisl, galerie wechselstrom und Alter Schmiede.
"Eine Kooperation zwischen Manfred Judmaiers verdienstvoller Ottakringer Lesereihe Buch im Beisl, Christoph Theilers und Renate Pittroffs experimentierfreudiger galerie wechselstrom und der Alten Schmiede bringt neuen Schwung in die in einer Stadt immanent geführte Debatte zwischen Zentrum und Peripherie. Franzobels unkonventionelle politische und literarische Positionierung bildet einen adäquaten Auftakt dieser neuen Zusammenarbeit ..."

kurt neumann, literarisches quartier, alte schmiede

franzobel
(wien) liest aus "Österreich ist schön":
Ein Märchen - Der Fall Arigona Zogaj

Günter Kaindlsdorfer (ORF)
berichtet über die Aufführung von "A Hetz oder die letzten Tage der Menschlichkeit"


Nach den vielen Aufregungen, die der Fall Zogaj in Österreich ausgelöst hat, gibt es nun im wahrsten Sinne des Wortes ein Theater um Arigona. Franzobel hat rund um die Affäre das Stück "A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit" geschrieben.

Der Text dazu - "Ein präapokalyptisches Kaleidoskop in fünf Bildern" - ist in dem Buch "Österreich ist schön" abgedruckt, ergänzt um einen von Franzobel sehr persönlich gehaltenen Essay, in dem der oberösterreichische Dichter den Fall des abgeschobenen Mädchens in seiner zu Deftigkeiten aller Art neigenden Sprache bilanziert. Mit großer Angriffslust und eindeutiger politischer Stoßrichtung.


15. oktober, 21 uhr

gemischtwarenhandlungsbedarf
wolfgang kühn

wolfgang kühn alias KYN gibt einen querschnitt aus seinem aktuellen schaffen, das zwischen wachauernden mundarttexten, gelegentlichen fünf-minuten-poetry-slam-miniaturen, etwas längeren kurzgeschichten und dem noch etwas längeren prosafragment "hinaberde" hin- und herschwankt.


22. oktober, 21 uhr

oberleitungsschaden

rentsnik

Vater und Mutter, die kann man sich nicht aussuchen, aber wie ist das mit der großen Liebe, oder auch der kleinen? Schicksal sagen die Großmütter, deren Männer schon längst unter der Erde liegen. Das ganze Leben, wen du heiratest, wie viele Kinder du kriegst, wann du stirbst und ob du davor deine Kinder beerdigst, alles Schicksal, da kann man nichts machen, da muss man sich fügen. Und so unrecht haben sie nicht, diese Großmütter mit ihren Kreuzworträtseln und Konsalik Heftchen, denn wer bestimmt schon, ob du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist, oder zur falschen Zeit am falschen Ort, oder zur richtigen Zeit am falschen Ort, oder zur falschen Zeit am richtigen Ort. Wer entscheidet, wenn nicht das Schicksal, und wer traut sich im Nachhinein schon zu sagen, welche Zeit die richtige und welche die falsche war, - alles nur Spekulation, da ohnehin zu spät.

Rentsnik liest aus ihrem Manuskript Oberleitungsschaden, einem episodisch angelegten Roman, in dem alle möglichen Leute und Generationen aufeinander prallen - sei es durch Verwandtschaft, Bekanntschaft oder einfach nur durch schicksalhafte Zufälle.


29. oktober, 21 uhr

wohnhaft in wien
peter ahorner

Von seiner Geburtsstadt Bregenz leitet Peter Ahorner seine Generalamnestie für und gegen Wien ab. Per Zettel, Bleistift und Stimmband fällt er der Stadt ins Wort.

Ohne Deckweiß spricht Ahorner über das schwarzzuckerlrosa Gefühl, in Wien zu leben.
"Ein Poet von einer Präzision und Sprachwucht, wie man sie seit Helmut Qualtinger nicht mehr hörte". (S. Köck, Die Presse)

Für diesen Abend hat Ahorner Freunde gebeten: Walther Soyka und Karl Stirner, zwei Musiker der kompromisslosen Eleganz.


5. november, 21 uhr

bonjour tristesse! Ein melancholisch-graurosa Novemberabend
mit

milena michiko flašar (text) und stefan bergmann (musik).
Es umarmen einander: Liebe und Abschied. Hoffnung und Schmerz.
Und es tanzen miteinander: Text und Gesang. Wort und Gitarre.

Milena Michiko Flašar, geboren am 31.3.1980, lebt und arbeitet in Wien als freie Schriftstellerin und Deutschlektorin.
www.milenaflasar.com/

Veröffentlichung [Ich bin] bei Residenz (2008).

Stefan Bergmann, geboren am 11.9.1978, lebt in Wien und Prag. Der diplomierte Schauspieler tritt seit 1999 mit seinen Eigenkompositionen als Singer-Songwriter auf.


12. november, 21 uhr

fo de fiicha und de ruam - die lesung
el awadalla

weit weg von der assoziation mundart/heimat gedichte in einem leicht burgenländisch angehauchten wienerisch, zum teil auch im neusprech der jugendlichen, die von ihren eltern "hochdeutsch" (oder was immer sie damit verbinden) gelernt haben.

thema "fiicha": tiere im lebensraum stadt, als geliebte hunterln und katzerln, als gehaßte rotzn und tauberln, die trozdem gefüttert werden, als fiakerpferterln und als leberkas, aber auch "fiicha" als metapher für (allzu)menschliches, vom kose- bis zum schimpfwort, meistens ironisch gebrochen.

thema "ruam": pflanzen als begrünung für wohnzimmer, fensterbrett, schrebergarten und friedhof, als lebensmittel und als methapher, wie die "fiicha".

www.awadalla.at


19. november, 19 uhr
ort: galerie wechselstrom 1160, grundsteingasse 44


Programmschwerpunkt Stadtinstitut für literarische Forschungen, Alte Schmiede, zusammen mit Buch im Beisl und galerie wechselstrom

Interessante Produktionen - Werkschau und Portrait
Liesl Ujvary

Musik-, Videovorführung, Ausstellung (Fotoarbeiten), Lesung eines Querschnitts durch das literarische Werk, Gespräch

Ann Cotten (Berlin) portraitiert die Künstlerin Liesl Ujvary

Liesl Ujvary beschäftigt sich neben dem Schreiben von Texten im engeren Sinn mit mehreren anderen Medien, vornehmlich elektronischer Musik und Fotografie. Neue technische Entwicklungen erkundet sie aufmerksam auf die Möglichkeiten des Ausdrucks, die ihnen innewohnen. Dabei entstehen Arbeiten, die die technische Matrix mit der humanen in Verbindung setzen und diese Verbindung erklingen oder erstrahlen lassen.


26. november, 21 uhr

das geht sich wunderbar aus
Köhle kegelt Textkeulen
markus köhle

Markus Köhle ist ein Tiroler Knödel in Wien. Er ist Autor, Poetry Slammer und Lesebühnenorganisator. Markus Köhle schreibt, um gehört zu werden.

Zahlreiche Publikationen, zuletzt:
Doppelter Textpresso. Slam Poetry (mit Mieze Medusa) Milena 2009.

www.autohr.at


3. dezember, 21 uhr

"auflösung"
roman

valerie springer

Prag im Frühling 1942. Deutsche Truppen sind einmarschiert, Gewalt und Willkür beherrschen die Menschen. Sieben junge Männer sind nach einem beispiellosen Akt des Widerstands auf der Flucht. Sie sterben in ihrem scheinbar sicheren Versteck. Wer hat sie verraten?

Wien, Sommer, mehr als ein halbes Jahrhundert später. Die Reporterin Anna begibt sich auf Spurensuche zwischen Wien und Prag, zwischen damals und jetzt.

Neben der spannenden Spurensuche in einer blutgetränkten Vergangenheit ist „Auflösung“ auch eine Sinn- und Identitätssuche in einer aus den Fugen geratenen Welt, in einer Welt in ständiger Auflösung.

 


10. dezember, 21 uhr

wir sind umstellt von begriffen!
ein philosophischer ausflug

ulli einhaus

die sprache setzt welt und sinne in eins. diese wahrheit ist wort-glauberei ( -gläubigkeit).
gibt es eine welt ohne sinne, sinn-los, oder ist sie sprachlos?!
ein exkurs zur sprachkritik von Fritz Mauthner bis zur Wiener Gruppe.

ich sitze nachts an meinem schreibtisch in der Oberen Donaustraße, 2. Bezirk - gegenüber ist das haus in dem Schönberg geboren wurde, um mich herum bleistifte, kugelschreiber, notitzbücher, zettel, auf denen wichtiges notiert ist, das schon längst seine wichtigkeit verloren hat, mitteilungen von versicherungen, banken, genossenschaften. ich frage, was hat das alles mit mir zu tun?

dann die bücherberge: Kubin, Die Andere Seite, Carl Einstein, Bebuquin, Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum, Fritz Mauthner, Beiträge zur Kritik der Sprache, Konrad Bayer, Das Gesamtwerk ,Oswald Wiener, Die Verbesserung von Mitteleuropa , Helmut Eisendle, Jenseits der Vernunft , Deleuze/Guattari, Anti-Ödipus ...

und die schallplatten: Coltrane , Dolphy , Mingus , Mangelsdorff ...

das glas rotwein auf dem schreibtisch: Blaufränkisch/Burgenland, die pfeiffe.
Early Morning Pipe.

 


17. dezember, 19 uhr
ort: galerie wechselstrom
1160, grundsteingasse 44
Alte Schmiede, zusammen mit Buch im Beisl und galerie wechselstrom

Barbara Bongartz
liest aus ihrem Roman


PERLENSAMT
(weissbooks 2009)

Kunstraub, Recherche, Familiengeschichte = ≠ Kriminalroman

Einleitung: Petra Messner (Alte Schmiede)

Während Martin Saunders, amerikanischer Kunsthistoriker und Angestellter eines Auktionshauses, sämtliches Material vernichtet, das die Familiengeschichte von David Perlensamt dokumentiert, lässt er die Ereignisse des letzten Jahres Revue passieren: Er erinnert sich an die Faszination und Verunsicherung, die David Perlensamt auf ihn ausgeübt hat, ruft sich all die Widersprüche rund um dessen Gemäldesammlung ins Gedächtnis, die ihn zu seinen Nachforschungen angeregt haben.

Die Auseinandersetzung mit der Thematik der Raubkunst aus der NS-Zeit bildet den Hintergrund zu Barbara Bongartz' rasant erzähltem Roman, dessen Handlung durch widersprüchliche Aussagen, Täuschungen und gut gehütete Familiengeheimnisse vorangetrieben wird und der immer wieder durch detaillierte Bildbeschreibungen zu beeindrucken und durch überraschende Wendungen zu verblüffen weiß.

"Barbara Bongartz hat einen unerhörten Kriminalroman geschrieben, der mehrere Familienerzählungen ist. Sie skizziert Menschen im Unausgesprochenen ihrer Geschichten und Sehnsüchte, die in ihren Denk- und Gefühlsmustern schaudern machen".
(José F. A. Oliver, Offenburger Tageblatt)


    
    


alle veranstaltungen finden im

café CI
16, payergasse 14
tel. 01/403 18 27

www.ci.or.at

bei freiem eintritt statt.

beginnzeit: 20:30, sofern nicht anders angegeben.

lageplan: google maps