buch im beisl 
café club international - café CI

zum aktuellen programm

archiv: programm frühjahr 2008

6. März, 20h:
"anfänge/zustände" - gerhard jaschke
13. März:
"blaupause" - f. f. buchner und armin r. weinrath
27. März:
"flora logoplastik" - lisa spalt
3. April:
"QuerSchnitt" - friedrich hahn
10. April:
"verdammt" - christine werner
17. April:
"ich spreche bilder" - regina hilber
8. Mai:
"aurora borealis" - cornelia travnicek
15. Mai:
"kukuck" - ilse kilic / fritz widhalm
22. Mai:
"wortspenden" - eigene texte mitbringen!
29. Mai:
"... an diesem abend ..." - peter pessel
5. Juni:
"die wüste lebt!" + "der tag, an dem niki lauda starb" - m.g. wanko
12. Juni:
"glücks.felle. kattalog.sammlungen.1" - christian katt
19. Juni:
"lunarische logbücher" - birgit schwaner
26. Juni:
"der befall" - konrad rabensteiner


6. märz, 20 uhr

"anfänge/zustände"

Gerhard Jaschke

Nun ist ein Buch erschienen, das der Vielseitigkeit Jaschkes Rechnung trägt und nicht nur Lyrik und Prosa, sowie ein Stück mit verteilten Rollen, sondern auch Visuelle Poesie und Bildnerische Arbeiten beinhaltet.

"...einen poeta ductus würd ich ihn nennen, eines geistes mit den formalistisch geschulten künstlern romanischer herkunft ... ernsthaft arbeitet er, gemahnt manchmal an einen schrulligen privatgelehrten oder auch erfinder, wiewohl doch durch philosophisch todernst erörterte spekulationen sein pfiffiger witz durchschlägt ..." (Julian Schutting)

13. märz, 21 uhr

"blaupause"

f. f. buchner
und
armin r. weinrath


poesie als blaupause des existentiellen. im zentrum der lesung steht die spielerische und experimentelle auseinandersetzung der sprache mit dem existentiellen, als dem ins freie hinaus stehenden chaos, auf der suche nach seiner form. die blaupause als sinnbild eines filters, hebt die bedeutung des "wie" vor die des "was", der form vor den inhalt, im wissen um den kampf, den es für die form bedeutet sich um seinen inhalt zu bemühen ...

blaupause in form von kurzprosa & gedichten.

27. märz, 21 uhr

"Flora Logoplastik"

lisa spalt

"Vor anstehenden Taten finden notwendig Reden statt", erkannte Gorgias von Leontinoi und beschäftigte sich fortan mit den Auswirkungen der Sprache, das heißt: mit der Eigenschaft der Sprache, willigen Körpers dem Gestalten der Welt zu dienen. Dieser Abend bringt Texte, die einigen im Alltag gefundenen Sprachen auf die Finger klopfen. Zum einen werden aus dem Buch "Grimms" noch nicht präsentierte Märchenbearbeitungen gelesen. Das Konzept: Das Märchen der Brüder Grimm sei des Publicity-Märchens Spiegel. - "Spieglein, Spieglein an der Wand, ist sie die schönste, meine Schönheit von der Chirurgenhand?" - Zum anderen wird das Projekt "Flora Logoplastik" vorgestellt: Wir gehen aufs Land und suchen die Natur. Wir nähern uns dem so Bezeichneten über Bücher. Alle die Diskurse, all das Wissen zum Natur-Thema schleicht sich in Form der Rede bestimmter AutorInnen in unser Gehirn. Eines Tages lernen wir den Namen des giftigsten Krauts in unseren Breiten, des Schierlings, kennen. Wir lassen uns dieses "Conium Maculatum" unvorsichtigerweise auf der Zunge zergehen. Und die Rede über den Schierling wird Gehirnverbindung, wird Teil unseres Körpers, wird zur Natur von uns Lesenden. Eines Tages dann bringt, wie wir wissen, die "Natur", für die wir den Körper halten, uns natürlich alle um. Die Opfer dieses Mordfalls werden wir Lesenden sein. Wer aber ist die Täterin, der Täter?

3. april, 21 uhr

"QuerSchnitt"

friedrich hahn


10. april, 21 uhr

"verdammt"

Buchpräsentation/Lesung von und mit

christine werner

Eine Scheidungsanwältin E. Schramm versucht mit Gewalt die eigene Scheidung zu verhindern und wird zur Amokläuferin. Sie zieht eine Spur der Verwüstung und schreckt vor nichts mehr zurück. Schmerz und Lust vereinen sich zu einem schön-schaurigen Gefühl. E. Schramm will jeden Dahergelaufenen vergewaltigen und Männer wie Pölster an Alleebäume lehnen. Sie will ihren Kopf anstechen und auslassen. Sie will, sie will, sie will ... "den da oben" erschießen.

17. april, 21 uhr

"ich spreche bilder"

ein literarischer spaziergang durch den april

regina hilber

Heinz D. Heisl zu "ich spreche bilder":

Hier setzt eine Autorin eine Sprache ein, der man zuhören will, und spielt eine unverbrauchte Musik, die man mit Vergnügen liest.

Die Sätze, das Wortinstrument der Autorin schwingt. Aus jeder Zeile schwappt die wohldosierte Nähe.
Und kaum ein Abschweifen.
Vollzieht sie einen Schwenk, vollzieht sie diesen im richtigen Moment, um kurz darauf wiederum zurückzukommen.

Blühende Vielfalt. Prosaische Teile verdichten sich. Der Leser darf der Autorin bei ihrer Arbeit zusehen. Beim Schreiben dabei sein. Die Wörter, die Sätze, die Komposition erlauben es, dass man in sie hineinsieht.

Dann zieht die Autorin plötzlich einen Vorhang zu. Wechselt in einen anderen Raum. Und derjenigen oder demjenigen, der gewillt ist, die Position zu ändern, ist es möglich, sie von neuem zu beobachten.

Und was für ein frischer Klang.

8. mai, 21 uhr

cornelia travnicek
liest aus ihrem prosaband
"aurora borealis"

geschichten über die menschliche kälte


nordlichter entstehen dort, wo es kalt ist. in ihrem kleinen buch versammelt die junge autorin neun kurzgeschichten aus den jahren 2005 bis 2007, drei davon wurden bereits bei wettbewerben prämiert.

15. mai, 21 uhr

"kukuck"

Ilse Kilic und Fritz Widhalm präsentieren neue literarische und visuelle Arbeiten und singen ein Liedchen.


sie geben einen einblick in den wohnzimmerismus und einen ausblick auf band 27 des hyperbiografischen verwicklungsromans, der im jahr 2100 das licht der welt erblicken wird. wohnzimmeristisches bildmaterial sowie ein radiointerview für radio orange, das im jahr 2100 zur ausstrahlung kommt und in dem auch auf wirken und werken von kolleginnen und kollegen bezug genommen wird, kommen zur darbietung.

ein liedchen oder zwei sind vielleicht auch dabei.

wer sich unter wohnzimmerismus noch nichts vorstellen kann, dem sei vorab das folgende verraten: "wohnzimmerismus beinhaltet alle bemühungen, so etwas wie privates glück auch unter den bedingungen des spätkapitalismus als politische größe zu gewinnen und zu verstehen."
www.dfw.at

22. mai, 21 uhr

wortspenden

mit oder ohne skandal


bitte eigene texte mitbringen (ca. 5 min)
an den scantälern wird noch gearbeitet


29. mai, 21 uhr

... an diesem abend ...

peter pessel

Ich möchte an diesem Abend mein seit 2005 in Arbeit befindliches Prosaprojekt der Aufzeichnungen aus dem Himalaya vorstellen, das auf mehreren Reisen nach Tibet und Nordindien, sowie auf dem unterwegs gesammelten, umfangreichen Material an Aufzeichnungen, Zeichnungen, Fotos, beruht.

Mit den Mitteln avancierter Literatur entsteht eine komplexe Text-Bildstruktur, die Fiktion und Realität mischt, offen ist und bleibt, Reiseliteratur zitiert und dekonstruiert.

5. juni, 21 uhr

die wüste lebt! / der tag, an dem niki lauda starb

m.g. wanko

Die Wüste lebt! Ein Monolog in 18 Szenen - ein 18 Loch-Golfkurs

Martin G. Wanko schickt ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger sozusagen in die Wüste, zum Golf spielen, und lässt ihn unter Palmen und Pyramiden monologisieren. Nicht über Fußball, eigentlich - obwohl, Córdoba und die Färöer, das sind nun mal Tatsachen, daran führt auch keine Golfpartie vorbei.

"Ich habe versucht, den postmodernen Menschen darzustellen, den Menschen im Grunde ohne künstliche Spannungsbögen ..." (wanko)

Der Tag, an dem Niki Lauda starb

In Wankos zweitem literarischen Sporttext geht es um den wahrscheinlich populärsten österreichischen Sportler überhaupt: Niki Lauda, der erdreistet sich zu sterben und dadurch einen Medienhype auszulösen, von dem niemand unberührt bleibt - schon gar nicht der Erzähler, ein "praktizierender Vater", der sich neben dem Selfmademan Niki Lauda mit seiner Bilderbuchkarriere und seinen wirtschaftlichen Erfolgen wie ein Weichei vorkommen muss. Genial das Spiel mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

mehr infos: www.editionkeiper.at

12. juni, 21 uhr

glücks.felle. kattalog.sammlungen.1

christian katt

auswahl 1976 - 2008: texte, gedichte, lyrische prosa, adaptionen, ueberset.zungen, strukturell entfessltes, zeichnungen, photo.graphisches

: sammlungen von sätzen und zeichen lehnen sich aus ihren halterungen : aufbewahrungen von bedeutungen ergeben sich in zusammenhänglichkeiten : einen satz tun : von einem wort zum nächsten : wiederlesen : wieder zu falten : das aufbewahren : zurück und hin und her springen : zu sich selbst : aus sich selbst : in text : zu geraten : eine rede : wendung : heißt es ja : kolon : atempause : durchlässigkeit zu sich : erinnern im setzen :

der text bleibt wie er wird : identitäten sind unterwegs : wie es im text steht und sich bewegt : wörter und personen : lassen einander : sehn(en) : wie : manchmal : vor etwas stehnbleiben : bekannt : unbekannt : und es neu herstelln : das wolln :

gewaltiger lauf gewaltiges spiel / sprach.gewalt immer wieder.um /
rachengewaltig die sportler.innen brechn / gewalt.ich vom zaun das hechln von / hürdn herdn läufer.innen strafraum / slalom pistn zerschnittn zerstücklt / stangen.g.boxe stoppp steher abfahrt /
g.waltig stürmer und verteidiger / so friedl.ich wie wettkampf nur sein kann / vorgetäuschtes umhackn der gegner / der hindern.isse umfahrung / g.waltig b.seitigt g.schickt geschichte b.seitigt / in der kürzestmoeglichn zeitnehmung / bis zum innerlichn r.brechn atem los / g.waltiger lauf durchs universum / all.s wird tatsächlich friedlicher / wenn all.s g.waltig b.seitigt sein / und haben und w.erden wird neu

19. juni, 21 uhr

lunarische logbücher

birgit schwaner

Lag im Bauch eines Fisches, Schwertfisch angeblich. Wir glauben nichts. Das Päckchen, das ankam, war abgestempelt: Tortuga, verwischt. Kein Brief beigelegt ...

Eine Bibliothek, in der statt Büchern "Flaschenposten" gesammelt werden: Innerhalb dieses Rahmens verfasst Birgit Schwaner Fragmente und wechselt spielerisch zwischen literarischen Formen: Tagebuch, Kasperliade, Brief, Kurzgeschichte, Gedicht, Lexikon … Im Namen fiktiver Seefahrerinnen, die manchmal nicht einmal ihr Zimmer verlassen, entstehen so verschiedene "Nachrichten weiblicher Randexistenzen", surreal bis tragikomisch, mit phantastischen Fluchtpunkten. Oder, auf einer anderen Ebene: Fälschungen, welche, dem indirekten Mondlicht vergleichbar, traditionelle Schreibweisen und Motive reflektieren.

26. juni, 21 uhr

der befall - roman

konrad rabensteiner

Daniel Steinknecht (Jahrgang 1937) schwebt schon als Kind der damals noch privilegierte Traumberuf eines Pfarrers vor. Der Autor beschreibt und analysiert aber nicht nur dessen Krankheitsgeschichte, sondern auch seine Familie und das Leben mit all seinen Brüchen und Wirrungen in einem taditionsbewussten Eisacktaler Bergdorf.

Einzelne Stationen des tief religiösen, eher ängstlichen jungen Menschen sind das Knabenseminar, verschiedene Pfarrhäuser und andere profane und kirchliche Schauplätze. Relativ früh wird Daniel Steinknecht von einer psychischen Krankheit befallen, in mehreren Kliniken behandelt und schließlich als Kaplan in ein Altersheim abgeschoben. Und immer wieder sitzt er wie sein Namenspatron in der Löwengrube, nur dass die Löwen jeweils andere Gestalten und Drohgebärden annehmen. Einmal treten sie als Familienangehörige auf, ein anderes Mal als Ärzte, als Kuriengrößen oder andere Vorgesetzte, dann wieder sind es Mitbrüder.

rezension
anton unterkircher - brenner-archiv

Um diesem Roman gerecht zu werden, braucht es vor allem Zeit. Zeit, um sich einzulassen auf eine Welt, die der heutigen jüngsten Generation schon völlig fremd erscheinen wird, obwohl sie kaum zwei Generationen zurückliegt. Bei den Älteren, vor allem bei jenen, die auf die siebzig zugehen, wird hingegen der Wiedererkennungseffekt groß sein.

Allerdings nur dann, wenn sich diese Welt nicht zur "guten alten Zeit" verfestigt hat, die der heutigen als positives Gegenbild gegenübergestellt wird. Denn zurückwünschen sollte man sich eine solche Zeit ebenso wenig, wie man die heutigen Missstände und Zwänge unserer Konsumgesellschaft übersehen sollte.

Der Roman erzählt die Geschichte von Daniel Steinknecht, der in einem Eisacktaler Bergdorf zusammen mit einer großen Geschwisterschar aufwächst.

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